Salzburger Passionssingen »Petrus, der Fels«

2005 uraufgeführt; 2006 und 2015/16 wiederaufgenommen

Hier stehen die Apostel im Mittelpunkt der Betrachtung. Diese „Urheiligen“ – von Jesus als Boten seiner Lehre und als Gründer der christlichen Glaubensgemeinschaft auserwählt – spielen eine denkbar ungünstige, ja nahezu klägliche Rolle in jener Zeit, in der Jesus am meisten Hilfe benötigte.

Die Apostel kämpfen mit den Entscheidungen ihres Herrn. Oft fehlt ihnen dafür das Verständnis ... die Auferweckung von Lazarus, der provokant spektakuläre Einzug in Jerusalem. Sie versuchen ihn zu beeinflussen und seine düstere Prophezeiung von seinem Tod in Jerusalem mit allen Mitteln zu verhindern. Sie fürchten um Jesu. Sie fürchten, ohne ihn verloren zu sein ... aber in der größten Verzweiflung wird ihnen bewusst: Ihre Aufgabe ist, Jesu Botschaft, sein Licht weiter zu tragen. Gerade im Moment des Scheiterns und Versagens beginnt Jesu Auftrag wirksam zu werden. Ausgerechnet der bis zum Schluss ungläubige Thomas ist auserkoren, uns allen, den „Nicht-Sehenden“, zum Glauben zu verhelfen.

So werden die Apostel zu Menschen aus Fleisch und Blut, zu Personen, mit denen wir uns identifizieren können ... und deren Scheitern uns in den vielen schwierigen Momenten unseres Lebens Mut machen soll.